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Beim Wandertag der FOSBOS Weiden steht der Schirm nicht nur Pilzen gut

Vielfalt der Pilze in der Nässe der Oberpfalz

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Sintflutartig ließ der Himmel die Regentropfen auf die Erde herab. Das Wasser stand auf den Straßen und die Wanderwege waren matschig. Nasskalt und bedrückend grau.

Am Morgen dieses Schultages gab es Diskussionen, ob die Klassen bei dem Wetter wirklich den Wandertag draußen verbringen sollten. Die Direktorin der Gustav-von-Schlör-Schule, Frau Dill, wollte die teilweise bereits vom Schulweg durchnässten Schüler und Schülerinnen nicht in die durch den immensen Wolkenbruch ergraute Welt hinausschicken. Dann doch: „Wer möchte, darf den Wandertag wie geplant draußen verbringen.

Sintflutartig ließ der Himmel die Regentropfen auf die Erde herab. Das Wasser stand auf den Straßen und die Wanderwege waren matschig. Nasskalt und bedrückend grau.

Am Morgen dieses Schultages gab es Diskussionen, ob die Klassen bei dem Wetter wirklich den Wandertag draußen verbringen sollten. Die Direktorin der Gustav-von-Schlör-Schule, Frau Dill, wollte die teilweise bereits vom Schulweg durchnässten Schüler und Schülerinnen nicht in die, durch den immensen Wolkenbruch ergraute Welt hinausschicken. Dann doch: „Wer möchte, darf den Wandertag wie geplant draußen verbringen.

Ebenso ist es aber möglich im Schulgebäude zu bleiben und beispielsweise Unterricht zu machen.“ Nach einer kurzen Lagebesprechung entschied sich die Klasse FB13S mit ein wenig Murren und Knurren dazu, das Abenteuer anzunehmen. Gut, dass alle kleidungstechnisch passend ausgestattet waren. Die einen, um eine Hüttentour in den Alpen zu erleben und die anderen, um einen gemütlichen Vormittag in der Altstadt von Weiden zu verbringen. Beides stand eigentlich nicht auf dem Plan.

Frau Bauer, die Klassenleiterin, hatte für die 13. Klasse ein informatives Abenteuer geplant. Mit Andreas Arnold, Förster in Neustadt und Pilzexperte, war eine Schwammerlwanderung angedacht. Der Weg in den nahegelegenen Wald war nicht weit, doch der Regen wollte nicht nachlassen.

Mit Schirmen ausgestattet legte die Klasse den Weg zügig zurück, um noch rechtzeitig zur vereinbarten Uhrzeit am Treffpunkt anzukommen und den Förster nicht im Regen stehen zu lassen.  Bei dem Aufstieg Richtung Heilige Staude liefen wir einem Kamerateam über den Weg, die wohl einen Film über den Waldkindergarten in der Nähe machten und allesamt noch unpassender für das Wetter gekleidet waren, nämlich in Hemd und Bürouniform. Trotz des fehlenden Unterstands ließ es sich die wohl einzige Klasse außerhalb des Schulgebäudes nicht nehmen eine Vorstellungsrunde zu veranstalten.

Auch der Förster Herr Arnold berichtete von seinem Tätigkeitsgebiet und was für ihn diesen Job besonders attraktiv macht: „Ich kann mir jeden Tag aufs Neue aussuchen, ob ich den Tag an der frischen Luft im Wald oder an meinem Schreibtisch verbringe. Normalerweise bin ich bei so einem Sauwetter auch lieber im Warmen, aber wir ziehen das gemeinsam durch.“ Herr Arnold hatte aus seinem heimischen Waldgebiet einige Pilze zur Veranschaulichung mitgebracht.

Pilze haben viele Besonderheiten. Sie bilden ein eigenes Reich der Lebewesen und zählen zu den Eukaryoten. Grob kann man Pilze in Lamellen- und Röhrenpilze einteilen, aber es gibt auch welche mit Zacken auf der Unterseite des sogenannten Hutes. Pilze sind nicht nur in der Oberpfalz ein sehr beliebtes Essen, weltweit erfreuen sich die Menschen an ihnen. Ohne eine fachkundige Person oder genügend Vorwissen sollte man sich nicht alleine auf die Suche im heimischen Wald machen und die Pilze dann zuhause verzehren.

Es gebe zwar wenig tödliche Pilzvergiftungen in Deutschland und diese entstünden meist durch den Verzehr von bereits vergammelten Pilzen, dennoch könnte man nicht vorsichtig genug sein. Besonders bei jungen Pilzen seien die typischen äußerlichen Merkmale noch nicht ausgeprägt und so schwer zu unterscheiden.

Nach der genauen Begutachtung der Exemplare und den spannenden Informationen von Herrn Arnold machte sich die Klasse in Kleingruppen auf den Weg im Wald nach Pilzen zu suchen. Durch das feuchte Wetter wurden alle schnell fündig und man versuchte sich an der nahegelegenen Kapelle etwas aufzuwärmen.

Pilze sind unglaublich spannend. Und für unsere heutige Zivilisation von größtem Nutzen. Alexander Flemmings aus einer Schlamperei entstandene Entdeckung z.B., welche tödliche Bakterien zerstörte, war auch ein Pilz, ein Schimmelpilz. Heutzutage besser bekannt unter dem Namen Penicillin.

Die Kälte kroch bereits unter die nasse Kleidung der gespannt lauschenden Schülerschaft. Die ersten fingen an zu frösteln, doch sie blieben standhaft.

Pilze sind vielfältig. Herr Arnold berichtete der Hörerschaft von früheren Zeiten, in denen die Menschen Pilze genommen haben, um einen Rauschzustand zu erreichen. Diese Trips werden auch heute als zwiespältiges Erlebnis beschrieben, denn sie verursachen keine angenehm berauschende Stimmung wie bei anderen Drogen.

Besonders von Übelkeit und anderen Magen-Darm Problemen sei man oft geplagt. 1958 schaffte es Albert Hofmann aus dem Mutterkorn, einem im Mittelalter gefürchteten Pilz, der Gliedmaßen abfallen ließ, den uns heute unter dem Namen LSD bekannten Stoff zu extrahieren.

Die gefundenen Exemplare wurden in der Runde noch bestaunt und trotz Wissensdurst waren alle froh, als der verfrühte Heimweg angetreten wurde. Herr Arnold versprach sich bald noch einmal Zeit für die Klasse zu nehmen, um noch mehr zu erzählen. Dieses Mal dann in trockeneren Umständen.

Bilder: Wolfgang Richthammer, Vanessa Götz, Mareike Nickl und Verena Bauer

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