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Corona – eine Bewertung zum aktuellen Zwischenstand

Dieser Artikel ist nicht in der Verantwortung der Schülerzeitung entstanden, sondern im Seminarfach bei Frau Lindner-Panzer.

Corona! Dieses Wort hat die letzten beiden Jahre die Öffentlichkeit maßgeblich geprägt. Es gab in den letzten 50 Jahren allerdings auch kein Naturereignis, welches eine so starke Veränderung des Verhaltens der Bevölkerung in so kurzer Zeit erzwungen hat. Dabei sind die Veränderungen für alle direkt ersichtlich! Es werden nun z. B. Masken in der Öffentlichkeit getragen, was in dieser Gesellschaft zuvor nahezu nicht vorhanden war, und es haben sich dabei Verhaltensveränderungen in vielen Bereichen eingestellt. Verhalten! Das Verhalten war nicht der einige Punkt, welcher sich verändert hat, da es aufgrund staatlicher Schutzmaßnahmen auch zu tiefgreifenden Einschränkungen kam. Solche Maßnahmen waren, bzw. sind immer noch notwendig, damit man die Menschen entsprechend schützen kann. Wir haben uns die Frage gestellt: Welche Auswirkungen hatten die Einschränkungen für die Schüler:innen der FOS/BOS Weiden? Diese Fragen wurden mittels eines Fragebogens beantwortet und wir bedanken uns bei den Teilnehmenden zutiefst dafür, dass die Fragen ernsthaft beantwortet wurden.

Gründe für den Besuch der FOS/BOS

Auf die Frage, wieso sich die Schüler:innen für die FOS bzw. BOS entschieden haben, antworteten knapp zwei Drittel der Befragten damit, dass sie einen höheren Schulabschluss erreichen wollen, fehlende Ausbildungsaussichten spielten allerdings kaum eine Rolle. 30 % der FOS Schüler:innen wussten jedoch noch nicht, was sie nach der Schule machen sollten, 21 % der BOS Schüler:innen hatten den Eindruck, dass es in ihrem ursprünglichen Beruf keine Zukunftsperspektive mehr gab. Überraschender Weise hatte Corona kaum einen Einfluss auf die Entscheidung, ob die FOS/BOS Weiden besucht wird oder nicht.

Berufswechsel

Die zukünftige Berufswahl hat Corona jedoch nicht stark beeinflusst, so haben 85,4 % dagegen gestimmt, dass die Pandemie ihre Berufswahl beeinflusst hat, 14,6 % sprachen sich dafür aus.

Ein Schüler wollte zum Beispiel danach in der Tourismusbranche arbeiten, jedoch ist er sich angesichts Corona den Risiken bewusst geworden und zweifelt an seiner alten Entscheidung. Einige sprachen sich auch deutlich gegen Pflegeberufe aus, nachdem in der Pandemie die Probleme deutlicher wurden.

Klassenatmosphäre

Die Zeit in der Schule hat sich jedoch als schwierig herausgestellt, so sieht man eine deutliche Ablehnung des Distanz- bzw. Wechselunterrichts gegenüber dem Präsenzunterricht.

Freizeitverhalten

Corona hat jedoch nicht nur das schulische Leben beeinflusst, sondern auch das private. Etwas das im Vorhinein schon zu vermuten war, bestätigt sich durch die Umfrage noch einmal. Wir sehen eine sehr deutliche Reduzierung des Kontaktes zu Freunden, der Kontakt innerhalb der Familie hat sich kaum geändert. Überraschenderweise sind jedoch die Sportaktivitäten eher gesunken, die Zeit in der Natur aber gestiegen. Einen extremen Anstieg sieht man bei den Antworten zur Nutzung von digitalen Medien, kaum Schüler:innen gaben an, dass der Konsum gesunken ist, die deutliche Mehrheit hat ihren Konsum jedoch gesteigert.

Familiäre Probleme

58,1 % der Schüler:innen gaben an, dass es keine Spannungen in der Familie durch Corona gab. 41,9 % antworteten jedoch mit „Ja“. Die Gründe die Ja-Antworten ergaben sich hauptsächlich aus folgenden Gründen:

  • 18,9 % finanzielle Gründe
  • 15,1 % fehlender Sportausgleich
  • 61,3 % zu viel Zeit mit der Familie
  • 7,5 % fehlende digitale Endgeräte
  • 31,1 % zu wenig Platz zuhause
  • 10,8 % Streit über Impfung oder Maßnahmen

Natürlich haben sich die Schüler:innen auch persönlich verändert, so gaben 43,2 % an, dass sie die Familie seit Corona mehr wertschätzen, 28 % entdecken bei sich ein nachhaltigeres Verhalten und 53,2 % haben ihr bisher angewandtes Hygieneverhalten verändert.

Erneute Einschränkungen

Es muss sich natürlich auch die Frage gestellt werden, wie die Befragten erneute Einschränkungen einordnen würden. Dies versuchen wir nun mit diesen Fragen des Fragebogens entsprechend zu beantworten.

Trotz aller Probleme, die durch die Covid-Pandemie entstand sind, wären immer noch 64,5 % der Befragten erneute Einschränkungen des täglichen Lebens, falls diese notwendig werden sollten.

Wie solche Maßnahmen laut Schüler:innen, die mit „Ja“ antworten, aussehen sollen, wird recht deutlich, so ist die große Mehrheit (76 %) für Distanzunterricht und nur 29,3 % für Hybridunterricht. Einen generellen Lockdown finden rund 56 % für verhältnismäßig, eine deutlichere Abneigung zeigt sich bei den Antworten:

  • 25,7 % Schließung des Freizeitbereichs
  • 18,9 % Ausgangssperren

Lasst uns nun zu einer Zusammenfassung kommen! Haben wir mit einem Teil der Antworten in dieser Form so gerechnet? Natürlich haben sich teilweise unsere Vermutungen, welche wir bei der Erstellung des Fragebogens hatten, bestätigt. So sind die Schüler:innen eher der Meinung, dass die Pandemie unser Schul- und Privatleben negativ beeinflusst hat, eine deutliche Mehrheit von 64,5 % ist aber generell für harte Einschränkungen, falls diese nötig wären. Es gab allerdings auch Überraschungen – z. B. Zustimmung zu neuen Maßnahmen -, womit wir am Ende nicht gerechnet haben, dass die Bilanz bei einigen Fragen am Ende so ausgesehen hat.

Text von Kourosh und Michael
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